Die faulen Tricks der Börsenbrief - Herausgeber
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Die faulen Tricks der Börsenbrief - Herausgeber

Mit wem dieser Artikel NICHT zu tun hat

Jeden Tag, jede Woche, jedes Monat wenden Spezialisten viel Arbeit und Mühe auf, Analysen zu erstellen. Von denen ist hier sicher NICHT die Rede. Viele Analysten erledigen ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen. Ob etwas dabei herausschaut, ist eine andere Frage und auch NICHT Thema dieses Artikels.

Trading Club

Kann man mit Informationen von Börsenbriefen reich werden?

Wenn man der Herausgeber ist - ja.

Trading Club

... und so geht es

Kaufe, was ich habe

Diese Taktik funktioniert nur in sehr engen Märkten und mit einer relativ großen Reichweite des Newsletters. Vor einigen Jahren wurde sie dem Vernehmen nach am Wiener Aktienmarkt erfolgreich angewandt. Das "Vernehmen" ging so weit, daß eine Illustrierte einen Namen mit Foto veröffentlichte.

"Probiert" wird diese Strategie wohl laufend, bevorzugt im Internet:

  • Der Herausgeber kauft eine Aktie
  • Empfiehlt diese Aktien danach allen Empfängern des Börsenbriefes als Kauf
  • Folgen genug Naive dem Tip, verursachen sie durch ihre Käufe einen kleinen Kurssprung
  • Der Herausgeber nützt diesen Kurssprung, sein Papier wieder mit Gewinn abzustossen

 

Selektive Selbstbeobachtung

Der Herausgeber berichtet über seine Erfolge und vergißt seine Mißerfolge. Pech für den Anleger, dem "Vergessen" seines realen Verlustes sein Geld auch nicht wiederbringt. So geht es:
  • Der Herausgeber listet 20 Aktien und sagt zu allen "kaufen".
  • Nach 2 Wochen sind davon 10 tatsächlich gestiegen.
  • Im nächsten Newsletter werden die 10 gestiegenen Aktien gelistet.
  • Das Performance des Portefolios wird ausgiebig gelobt

Wie man damit verdient? Geld macht man, indem man entweder

den Börsenbrief entgeltlich anbietet oder aber
den Börsenbrief kostenlos anbietet und Werbung darauf verkauft
Fonds auflegt bzw.
gegen Provision vermittelt, die "im wesentlichen" dem Börsenbrief entsprechen

 

Ignoriere die Kontozerstörung

Manche Aktientips sind derart falsch, daß das Papier in Grund und Boden fällt. Und dann? Soll man warten, bis das Investment auf Null sinkt oder Stops setzen? Das ist die eine Frage, deren Antwort wir hier nicht geben wollen.

Die andere Frage ist, wie schwarze Schafe der Börsenbrief-Herausgeber damit umgehen. z.B.

so wird es gemacht:
  • eine Aktie wird bei 1000 zum Kauf empfohlen
  • sie fällt auf 500
  • danach steigt sie wieder auf 1010
  • Der Herausgeber bejubelt den Gewinn von 10

Das Fakt, daß der Investor sich bei einem seriösen Risk-Management ausgestopt hätte, wird ignoriert. Nach den Regeln der Kunst, die um die Begrenztheit jedes Kapitals wissen, wäre das Investment ein Verlust gewesen und kein Gewinn.

Geld kann der Herausgeber damit machen, wie im Punkt Selektive Selbstbeobachtung oben erwähnt.

 

"Ich frage mich, was soll es bedeuten..?"

Haben Sie schon einmal diese Tips gelesen?

  • "in dieser kritischen Situation soll ein Teil der Gewinne realisiert werden"
  • "Der Markt in .... verspricht ganz grosses Potential."
  • "Man hat in letzter Zeit ... vielleicht nur schlechtgeredet."

Wenn Sie nach solchen Tips wissen, welches konkrete(!) Investment sie morgen tätigen sollen, dann haben Sie es sicherlich nicht mehr nötig, einen Börsenbrief zu lesen.

 

Der Seher - Die Dreistigkeit für den Staatsanwalt

Wenn diese Methode nachgewiesen werden kann (aufgepaßt Ex-Mitarbeiter!), so ist ihr Benützer meines Erachtens reif, wegen Betruges vor Gericht gestellt zu werden.

Man steuert, wer, wann, welche Info bekommt. Ein beliebtes Anwendungsgebiet sind nicht nur Spam-Mails, sondern auch Aussendungen von Schwarzen Schafen unter den Brokern.

So geht es:
  • Der Herausgeber sendet an 10.000 "Interessenten" einen Tip.
    5.000 mal lautet der Tip zu einem Titel "kaufen" und 5.000 mal "verkaufen".
  • Dann wartet er ab.
  • 5000 seiner Tips sind richtig geworden, 5000 Leute haben einen richtigen Tip erhalten. Und genau diesen Leuten schickt er wieder einen, genauer gesagt 2 Tips: Denn wieder wird von einem Titel empfohlen 2500 mal "kaufen", 2500 mal "verkaufen".
  • Er wartet ab, und er hat 1250 mal recht gehabt.
  • Und... 1250 Empfaenger haben den subjektiven Eindruck, er waere ein Genie.
DAS sind dann die Kaeufer seines Newletters.

 

Zusammenfassung: Wie prüfe ich Newsletter?

Wenn Sie einen Newsletter abonnieren wollen, dann wird Ihnen jeder seriöse Anbieter ein, zwei Testexemplare kostenlos zur Verfügung stellen.

Überlegen Sie sich, welcher Tip KONKRET zu welcher Investitionsentscheidung bei Ihnen führen würde.

Bietet jemand Musterdepots an, prüfen Sie, ob die Investments, die dort gelistet sind, in genau dieser Form und zu diesem Zeitpunkt überhaupt aus dem Newsletter zwingend abgeleitet werden konnten.

 

Trading Club

Good Trading!

wünscht Ihnen

mini

 

Trading Club

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